7 Tipps um Buenos Aires authentisch zu erleben

In meinen Augen ist Buenos Aires eine der faszinierendste Städte der Welt. Mal fühlt man sich wie in Paris, dann wie in Süditalien und im nächsten Moment ist man plötzlich in einem südamerikanischen Einwandererviertel angekommen. Buenos Aires ist einfach unfassbar vielseitig. In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, dass viele Blogs und Reiseführer immer wieder die gleichen Orte und Sehenswürdigkeiten empfehlen. Das Cementerio von Recoleta, der Caminito von La Boca und der Markt von San Telmo sind zweifelsohne schön und interessant, aber eben auch klassische touristische Sehenswürdigkeiten. Für einen kurzen Besuch sind diese Highlights natürlich nicht verkehrt. Um das Leben der porteños (so werden die Bewohner von Buenos Aires in Argentinien genannt) jedoch ein bisschen besser kennenlernen, sollte man aus der klassischen Touristenroute unbedingt auch ein wenig ausbrechen. Da man sich in einer Metropole wie Buenos Aires schnell ein wenig überfordert fühlen kann habe ich dir hier 7 Orte und Tipps zusammengeschrieben, die dir dabei helfen sollen Buenos Aires authentisch zu erleben.

 

1. Mate trinken im Parque Centenario

Wenn du tagsüber bereits kreuz und quer durch die Stadt gelaufen bist, solltest du am Nachmittag unbedingt dem Parque Centenario einen Besuch abstatten. Hier kann man sich einfach ins Gras hauen und Leute beobachten, denn zwischen 17 und 19 Uhr wird es hier richtig voll. Besonders wichtig ist dabei das Nationalgetränk Mate, eine Art Tee (Vorsicht: Bezeichne Mate vor einem Argentinier niemals als Tee!), welche mit einem metallenen Strohhalm aus einem ausgehöhlten Kürbis getrunken wird. Neben unzähligen Gruppen mit Mate spielen einige Gitarre, andere Fussball und wieder andere sind schon beim ersten Bier angelangt. An den Wochenenden gibt es rund um den Park zudem einen kleinen Markt mit Kunsthandwerk und Büchern. Der Parque Centenario liegt im Stadtteil Caballito und ist über viele Busse, oder auch über die Subte Nummer B zu erreichen (Station Ángel Gallardo, von hier etwa 400m zu Fuß).

Ein entspannter Nachmittag im Parque Centenario.

Ein entspannter Nachmittag im Parque Centenario.

 

2. Geh in die Reserva Ecológica von Buenos Aires

Die Reserva Ecológica Costanera Sur liegt östlich von Puerto Madero. Was einst durch die Schuttablagerung abgerissener Häuser entstand, weist heute eine für die Pampa-Region sehr beispielhafte Biodiversität auf und entwickelte sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet der porteños. In dem 350 Hektar großen Park finden sich diverse Wege zum Spazieren und Joggen. Zwar wird an den steinigen Stränden oft jede Menge Müll angeschwemmt, die Natur der Reserva Ecológica sowie die Ausblicke auf die Hochhäuser von Buenos Aires sind dennoch sehr beeindruckend. An einem Sonn- oder Feiertag finden sich an der Promenade vor Parkeingang (zwischen Puerto Madero und Reserva Ecológica) Imbissbuden, Straßenverkäufer und -musiker aller Art. Im Park selber sitzen dagegen unzählige Mate-trinkende Grüppchen auf den Rasenflächen. Wer sich bei einem Aufenthalt in Buenos Aires nach etwas Grün sehnt, der ist hier genau richtig. Sehr gut erkunden lässt sich die Reserva auch mit einem Leih-Fahrrad. Diese gibt es heute an vielen Ecken der Stadt, die Anmeldung ist einfach und auch auf Englisch möglich.

 
 

3. Asado mit Argentiniern. Oder: In die Parrilla um die Ecke.

Argentinien ohne Steaks? Unvorstellbar. Falls du bereits einheimische Freunde gefunden hast, wirst du um ein gemeinsames Asado wohl ohnehin nicht umhinkommen. Alle anderen sollten auch in den unzähligen Restaurants auf ihre Kosten kommen. Hier entsprechen die Steaks auch meist eher der europäischen Vorstellung. Vermeide dazu unbedingt die Touristenschuppen rund um die Einkaufsstraße Florida. Gute Restaurants finden sich beispielsweise im Viertel Palermo. Wer es noch authentischer mag findet an vielen Ecken der Stadt sogenannte parrillas. Hier geht es dann richtig rustikal zu! Empfehlen kann ich beispielsweise die Parrilla El Litoral (Moreno 2201, U-Bahn Station Pasco) im Viertel Balvanera. Ins Gespräch mit Einheimischen kommt man auch hier sehr leicht. Für den Smalltalk empfehle ich Themen wie das Wetter, die Inflation, Messi und Maradona (Wer ist der beste Fussballer aller Zeiten?), Boca und River (Glaubensfrage und Lebenseinstellung) oder Christina, Macri und Perón (Wer ist nun für die schlechte Wirtschaftslage verantwortlich?). Aufpassen sollte man indes beim Thema Islas Malvinas. Das Wort Falklands ist ein absolutes no-go!

Übrigens, um zum Thema zurückzukommen: In Buenos Aires sollten bei der großen Auswahl an Pizzen und hausgemachter Pasta auch Vegetarier auf ihre Kosten kommen. Dafür dann vielleicht nicht unbedingt in eine parrilla gehen…

 

4. Ausgehen in Buenos Aires

Ob Restaurant, parrilla, Diskothek oder einfach die Bar um die Ecke, die porteños gehen gerne aus. Ausgehen in Argentinien heißt meist auch lange Aufbleiben, verdammt lange. Abendessen gibt es frühestens ab 21 Uhr, in Diskotheken ist oft erst gegen 2 Uhr nachts etwas los. In den Straßen von Buenos Aires ist so meist bis spät in die Nacht eine Menge los. Besonders berühmt ist Buenos Aires allerdings für seine Theaterszene. Neben dem bekanntesten – und völlig überteuerten – Teatro Colón gibt es mehr als 300 weitere Theater in der Stadt. Spannend ist beispielsweise das gemeinschaftlich und unabhängig organisierte Teatro Catalina Sur im Viertel La Boca. Empfehlen kann ich dir zudem das Teatro Ciego, einfach weil es gute Freunde von mir organisieren ;-). Ciego bedeutet übrigens blind, ein wenig Spanischkenntnisse solltest du also mitbringen…

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5. Café trinken in einem klassischen Kaffeehaus

Der Inbegriff der Kaffeekultur in Buenos Aires ist das Café Tortoni. Hier gingen einst Musiker, Dichter, Maler und Schriftsteller ein und aus, wodurch das Café international bekannt wurde und heute in jedem Reiseführer zu finden ist. Neben dem Café Tortoni gibt es in Buenos Aires allerdings so viele Kaffeehäuser, dass mittlerweile mehrere Café-Guides erhältlich sind. Online bietet dagegen beispielsweise La Cafeteguía einen guten Überblick. Meine persönlichen Empfehlungen wären das Las Violetas (klassisches Kaffeehaus, Avenida Rivadavia 3899) und das Coffee Town (Argentiniens Barista des Jahres 2013, Bolivar 976, mitten im Markt von San Telmo).

 

6. Über den markt im parque rivadavia

San Telmo, San Telmo, San Telmo. Beim Thema Markt kommt man um den Sonntagsmarkt im italienisch anmutenden Viertel San Telmo nicht herum. Fast jeder Tourist besucht ihn. Hier findet man neben einigen Antiquitäten auch jede Menge „typische“ Andenken und Accessoires. Ein paar schöne Dinge finden sich hier wirklich, leider auch jede Menge Ramsch. Spannender dagegen finde ich den Markt am Parque Rivadavia im Stadtteil Caballito.  

 

7. Zum Fussball gehen

Ob man nun Fussball mag oder nicht, er ist in Buenos Aires omnipräsent. In der oft als „Welthauptstadt des Fussballs“ bezeichneten Stadt zieren die Köpfe von Messi und Maradona öffentliche Räume in Form von Graffities, die fünf großen Klubs des Landes stammen alle aus Buenos Aires (Boca Juniors, River Plate, San Lorenzo) und seinen Vororten (Racing, Independiente). Und in der Primera División, der obersten argentinischen Spielklasse, spielen in der Saison 2018/19 insgesamt 12 Teams aus Buenos Aires. Fussball ist in Buenos Aires ein Kulturgut und den Besuch eines Stadions, sei es nun direkt im Stadion oder auch nur davor, sollte man auf keinen Fall verpassen.